Aktuelles von der Pfungstadt-Bahn

Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Berichte über die Pfungstadt-Bahn einschließlich der Eröffnungsfeier am 10.12.2011.

01.02.2012 - Bundespolizei kündigt verstärkte Streifen an
Betonplatten und Äste auf den Schienen

Am 25. Januar 2012 musste ein Zug der Pfungstadt-Bahn eine Notbremsung einlegen, weil unbekannte Täter Betonplatten und Äste auf die Schienen gelegt hatten. Der Lokführer verletzte sich beim Entfernen der Gegenstände am Handgelenk, konnte aber die Fahrt mit nur wenigen Minuten Verspätung fortsetzen. Dies war seit Wiedereröffnung der Bahnstrecke bereits der fünfte gefährliche Eingriff in den Schienenverkehr. Die Bundespolizei kündigt nun an, die Bestreifung der Strecke zu intensivieren, um weitere Straftaten zu verhindern.

Gefährliche Eingriffe in den Bahnverkehr beschäftigen die Bundespolizei
Pressemitteilung der Bundespolizei vom 30.01.2012

Darmstadt/Pfungstadt (ots) - Seit der Inbetriebnahme der Bahnstrecke zwischen Pfungstadt und dem Hauptbahnhof Darmstadt, am 11. Dezember 2011, kam es auf dieser Strecke bereits zu fünf Fällen von gefährlichen Eingriffen in den Bahnverkehr. Gegen die noch unbekannten Täter, die jeweils Gegenstände in die Gleise gelegt und hierdurch Züge zu Notbremsungen gezwungen hatten, wurden inzwischen Ermittlungsverfahren wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet.

Der letzte Vorfall ereignete sich am 25. Januar, als unbekannte Täter kleinere Betonplatten, Äste und Steine auf die Schienen legten und hierdurch einen Zug zur Notbremsung zwangen. Glücklicherweise wurden bisher durch diese gefährlichen Eingriffe keine Personen verletzt.

Aufgrund der sich häufenden Fälle wird die Bundespolizei die Bestreifung dieser Bahnstrecke intensivieren, um weitere Straftaten zu verhindern. Die Bundespolizei weist in diesem Zusammenhang eindringlich daraufhin, dass Personen die sich im Gleisbereich aufhalten, einer tödlichen Gefahr aussetzen und durch das Bereiten von Fahrthindernissen auch mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen.

Pressemitteilung der Bundespolizei vom 26.01.2012

Darmstadt/Pfungstadt (ots) - Weil unbekannte Täter am Mittwoch, gegen 20.45 Uhr, mehrere kleine Betonplatten, Äste und Steine auf die Bahnstrecke zwischen Darmstadt-Eberstadt und Pfungstadt gelegt hatten, musste der Lokführer eines Zuges des Verkehrsunternehmens "VIAS" eine Notbremsung einleiten. Aufgrund dieser Bremsung kam der Zug noch vor den Hindernissen zu Stehen. Beim Versuch die Fahrhindernisse aus dem Gleisbereich zu räumen, stürzte der Lokführer und zog sich eine Verletzung am Handgelenk zu. Nachdem er im Anschluss die Bundespolizei alarmierte, suchte eine Streife den Nahbereich ab, konnte hierbei jedoch keine tatverdächtigen Personen mehr feststellen.

Trotz seiner Verletzung setzte der Lokführer seinen Dienst fort, so dass der Zug mit einigen Minuten Verspätung weiterfahren konnte. Die Bundespolizei hat gegen die noch unbekannten Täter ein Ermittlungsverfahren wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet und sucht hierzu nach Zeugen. Unter der Telefonnummer 069/3400 6953 können sich Zeugen direkt bei der Bundespolizeiinspektion Frankfurt am Main melden.

12.01.2012 – Pfungstadt ist DB-Tarifpunkt!

Manchmal geht es richtig schnell: Noch am 28.12.2011 (siehe unten) hatten wir darüber berichtet, dass keine DB-Fahrkarten von und nach Pfungstadt gekauft werden können. Grund war der fehlende DB-Tarifpunkt Pfungstadt. Dieser ist nun eingerichtet. Somit können ab sofort Fahrkarten der Deutschen Bahn ab/bis Pfungstadt gekauft werden. Sehr erfreulich, dass hier im Interesse der Fahrgäste zügig eine Lösung gefunden wurde.

12.01.2012 – Zugpfeifen: Ergebnisse der Gespräche mit der Deutschen Bahn?
Wusste die Stadt tatsächlich nicht, dass die Züge pfeifen müssen?

Für die Woche vor Weihnachten hatte Pfungstadts Bürgermeister Baier Gespräche mit der Deutschen Bahn über das "Hupen" der Pfungstadt-Bahn angekündigt. Über das Ergebnis der Gespräche wurde bisher nichts bekannt. Auch wenn die von Bürgermeister Baier angekündigten Drängelgitter an den Übergängen im Feld installiert sind, werden nach unseren Informationen die Züge wahrscheinlich weiterhin Pfeifen müssen. Denn ein Bahnübergang bleibt ein Bahnübergang. Zudem versperrt eine illegal errichtete Gartenhütte an der Strecke bei der Fahrt von Pfungstadt nach Eberstadt die freie Sicht auf den ersten Übergang.

Der Fahrgastverband Pro Bahn hält die Aussage von Bürgermeister Baier – er habe von der Notwendigkeit des Pfeifens nichts gewusst – für ausgesprochen befremdlich. Denn der Stadt sei diese Notwendigkeit ausdrücklich bekannt gewesen. Wie Pro Bahn weiter schreibt, hätte sich die Stadt mit der Sperrung der zwei Übergänge für den Autoverkehr aus der Verantwortung stehlen wollen. Damit ein Bahnübergang keiner mehr ist, hätte die Stadt andere Schritte unternehmen müssen. Insbesondere, was die rechtliche Widmung der Anlagen angehe. Hätte sich die Stadt rechtzeitig gekümmert, so Pro Bahn, dann wären die „Panikreaktionen“ jetzt unnötig. Fest steht jedenfalls: An der Strecke standen schon immer Pfeiftafeln und es wurde natürlich auch „gepfiffen“. Da es aber kaum bzw. überhaupt keinen Zugverkehr mehr gab, ist dies kaum jemandem aufgefallen.

28.12.2011 - Die böse Pfungstadt-Bahn "hupt"
Bürgermeister Baier will Drängelgitter an den Übergängen

Anwohner beschweren sich über das "Hupen" der Pfungstadt-Bahn, wie echo-online berichtet und sammeln Unterschriften dagegen. Dazu geht man aber nicht von Haus zu Haus, sondern legt die Unterschriftenlisten an der Tankstelle am Bahnübergang aus. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Da dürften dann wohl jede Menge Leute unterschrieben haben und noch unterschreiben, die gar nicht betroffen sind. Pfungstadts Bürgermeister Baier kündigt trotzdem Gespräche mit der Deutschen Bahn für Donnerstag dieser Woche an. Über die Notwendigkeit des Pfeifens - Züge hupen nicht! - hatten wir bereits am 04.09.2011 berichtet.

Tatsache ist, dass die zwei Bahnübergänge im Feld/am Wald nur mit Andreaskreuzen gesichert sind und die Züge deshalb vor Erreichen der Übergänge zur Sicherheit ein Pfeifsignal abgeben müssen. Ein Blick in das Gesetz - in diesem Fall § 11 der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung hilft da weiter. Natürlich könnte DB Netz die beiden Übergänge im Feld auch mit einem Blinklicht oder gar Schranken sichern. Dann müsste nicht mehr gepfiffen werden. Allerdings muss die zusätzliche Sicherung natürlich auch bezahlt werden. Die klamme Stadt Pfungstadt wird die Kosten wohl kaum tragen können und wollen.

Auch die Hessenschau berichtet am 28.12.2011 über die Pfungstadt-Bahn und ihr Pfeifen. Den entsprechenden Bericht der Hessenschau finden Sie hier. Bürgermeister Baier kündigt im Bericht an, dass die Stadt jetzt auf eigene Kosten Drängelgitter an den Übergängen im Feld errichten will. Laut Auskunft des Bürgermeisters müsste dann nicht mehr gepfiffen werden. Die Bahn bestätige dies auf Nachfrage der Hessenschau ausdrücklich nicht.

20.12.2011/28.12.2011 - Peinlich: Keine DB-Fahrkarten von und nach Pfungstadt

Sie wollen die Pfungstadt-Bahn nutzen, um von Pfungstadt zu einem Ziel außerhalb des RMV zu fahren? Oder wollen Sie die Kombination Pfungstadt-Bahn bis Darmstadt und Intercity der DB ab Darmstadt bis Frankfurt am Main nutzen? Nach Fahrplan geht das. Nur eine Fahrkarte der DB ab Pfungstadt bekommen Sie nicht. Denn Pfungstadt ist noch kein DB-Tarifpunkt. Folglich gibt es auch keine DB-Fahrkarten ab und bis Pfungstadt. Die Fahrkarte wird erst ab/bis Darmstadt-Eberstadt verkauft. Zwischen Pfungstadt und Darmstadt-Eberstadt muss zusätzlich eine Fahrkarte des RMV gelöst werden. Der RMV kann sich also über zusätzliche Einnahmen freuen. Als Begründung gibt die DB-Fahrplanauskunft an, dass die Strecke in einem Verkehrsverbund (RMV) liege. Das ist natürlich richtig. Trotzdem ist die Begründung abenteuerlich. Denn die Strecke von Darmstadt-Eberstadt nach Darmstadt Hbf. liegt auch im RMV - und trotzdem kann man auch DB-Fahrkarten kaufen. Grund ist einzig und allein der fehlende DB-Tarifpunkt.

Pfungstadt-BahnDie Strecke Darmstadt-Eberstadt - Pfungstadt kennt die Deutsche Bahn preislich nicht.

Am 27. Dezember 2011 berichtet nun auch echo-online aufgrund einer Stellungnahme der Unabhängigen Bürger Pfungstadts - die sich auf einen Bericht auf unserer Seite beziehen - über diese groteske Situation. Die Geschäftsführung der VIAS bemüht sich angeblich, die DB zum Fernfahrkartenverkauf von und nach Pfungstadt zu bewegen. Dabei stößt sie aber offenbar auf Widerstand. Wer an dieser für die Fahrgäste grotesken Situation nun genau schuld ist - wir können es daher nicht mit Bestimmtheit sagen. In Betracht kämen neben dem RMV auch DB Netz oder DB Fernverkehr. Vielleicht kam die Eröffnung der Pfungstadt-Bahn für die Tarifexperten der DB zu plötzlich. Der Fahrgastverband Pro Bahn Hessen gibt hingegen in der neusten Ausgabe seiner Fahrgastzeitung RMV, DADINA und VIAS die Schuld. Diese hätten es versäumt, sich rechtzeitig um die Aufnahme von Pfungstadt als DB-Tarifpunkt zu kümmern. Fest steht: Der RMV hat auf alle Fälle Mehreinnahmen, da eine zusätzliche Fahrkarte von Pfungstadt nach Darmstadt-Eberstadt für 2,10 € (RMV-Tarif) gekauft werden muss. Im Interesse der Fahrgäste und des Erfolges der Pfungstadt-Bahn sollte der Mangel daher schnell behoben werden.

10.12.2011 - Fest zur Reaktivierung der Pfungstadt-Bahn
56 Jahre nach Einstellung des Personenverkehrs wieder Zugverkehr zwischen Darmstadt-Eberstadt und Pfungstadt

Einfahrsignal Darmstadt-EberstadtDie Lok des Dampfsonderzuges ELNA aus dem Jahr 1946 in Pfungstadt

Mit einem Dampfsonderzug für geladene Gäste, kostenlosen Sonderfahrten für die Bevölkerung und einem kleinen Fest auf dem Gelände der Pfungstädter Brauerei wurde heute die Pfungstadt-Bahn wieder eröffnet. 1955 war der Personenverkehr nach Pfungstadt eingestellt worden. 56 Jahre später erfolgte nun die Reaktivierung. Gegen 11.00 Uhr erreichte der Dampfzug mit den geladenen Ehrengästen Pfungstadt. Danach wurde auf dem Bahnhofsgelände symbolisch ein rotes Band durchschnitten und die Bahnstrecke offiziell für eröffnet erklärt. Auf dem Gelände der Brauerei begann dann das Fest zur Reaktivierung der Bahnstrecke mit vielen Reden. Als Bahnhofsvorsteher führte der bekannte Pfungstädter Hans-Joachim Heist durch das Programm.

Fest PfungstadtHans-Joachim Heist im Gespräch mit Mitarbeitern des Eisenbahnmuseums Darmstadt-Kranichstein

Pfungstadt ist am Zug
Große Eröffnungsfeier am Samstag (10.) in Pfungstadt
Pressemitteilung der DADINA vom 10.12.2011 (auszugsweise)

Mit dem Start des Dampflokzuges am Samstag (10.) um 10.30 Uhr von Gleis 1 des Darmstädter Hauptbahnhofs in Richtung Pfungstadt wurde für die Initiatoren der Reaktivierung der Bahnstrecke ein lang gehegter Wunsch Wirklichkeit. Ab dem Fahrplanwechsel am Sonntag (11.) fahren auf der Linie 66 (Darmstadt – Darmstadt-Süd – Darmstadt-Eberstadt – Pfungstadt) wieder regelmäßig Züge, die Darmstadt und Pfungstadt verbinden. Die Fahrt dauert nur zwölf Minuten. Für das neu verlegte Gleis von 1,8 Kilometern und die neue Bahnstation in Pfungstadt wurden insgesamt etwa sieben Millionen Euro aufgewendet. Die Investitionen der Deutschen Bahn in die neue Strecke für Oberbau, Bahnübergänge, Leit- und Sicherungstechnik lagen bei insgesamt 4,15 Millionen Euro, davon 3,2 Millionen Euro Baukosten und 950 000 Euro Planungskosten und die übrigen Kosten für den Ausbau von Bahnsteig, zentralem Omnibusbahnhof, den Anlagen für Fahrgäste, die mit Fahrrad oder Auto anreisen liegen bei 2,8 Millionen Euro, die die Stadt Pfungstadt und das Land Hessen tragen.

Die Ehrengäste Bürgermeister Horst Baier, Regierungspräsident Johannes Baron, Dr. Klaus Vornhusen (DB AG), Geschäftsführer Klaus-Peter Güttler (RMV), Stadträtin Brigitte Lindscheid und Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann (DADINA) sowie Landrat Klaus Peter Schellhaas durchschnitten dann ein rotes Band, womit symbolisch die Strecke eröffnet wurde. Anschließend ging man gemeinsam ins nahe Festzelt auf dem Gelände der Pfungstädter Brauerei. „Bahnhofsvorsteher Seeger“ moderierte in gekonnt launiger Art. Bürgermeister Horst Baier begrüßte zum Auftakt die zahlreichen Gäste. Im Anschluss sprach Regierungspräsident Johannes Baron vom Regierungspräsidium Darmstadt als Vertreter des Landes. Er begrüßte, dass mit der Fertigstellung dieser Teilstrecke das Netz der Odenwaldbahn noch einmal erweitert wurde und betonte, dass die finanzielle Förderung durch das Land Hessen vorrangig dazu eingesetzt wird, dass die Verkehrsanlagen für die Fahrgäste barrierefrei genutzt werden können. Für den RMV erläuterte Geschäftsführer Klaus Peter Güttler das Fahrplankonzept, das neben einem grundsätzlichen Ein-Stunden-Takt gute Anschlüsse in alle Richtungen vom Darmstädter Hauptbahnhof aus vorsieht. Der RMV, der das Projekt immer fachlich unterstützt hat, wird außerdem mit rund 450 000 Euro die Hälfte der jährlichen Betriebskosten tragen. Dr. Klaus Vornhusen übernahm informierte über das Engagement der Deutschen Bahn AG bei Planung und Bau der neuen „alten“ Strecke. Dabei betonte er, dass nach elf Monaten Bauzeit die Bahn termingerecht fertig gestellt werden konnte. Gesteuert wird die neue Strecke über das Elektronische Stellwerk Nördliche Bergstraße, das Ende November 2011 in Betrieb genommen wurde.

Nachdem der Dampfzug die Strecke wieder verlassen hatte, begannen um 11.40 Uhr die kostenlosen Sonderfahrten zwischen Darmstadt Hbf. und Pfungstadt. Diese wurden mit jeweils drei Itinos gefahren, die gut bzw. sehr gut besetzt waren.

Sonderzug PfungstadtStreckenkilometer 1,4. Ein Dreierpack Itinos erreicht gegen 13.25 Uhr als Sonderfahrt von Darmstadt den Pfungstädter Bahnübergang.

Sonderzug PfungstadtStreckenkilometer 1,8. Das Dreierpack Itinos von eben im Bahnhof Pfungstadt.

Im Bahnhof Darmstadt-Eberstadt fehlen am Bahnsteig noch Hinweise auf die Pfungstadt-Bahn. Denn von Gleis 3 kommt man jetzt nach Pfungstadt und auch planmäßig - und nicht nur bei Zugüberholungen - nach Darmstadt.

Beschilderung Darmstadt-EberstadtDie fehlerhafte Beschilderung im Bahnhof Darmstadt-Eberstadt.

Zukünftig ist das Bild unten Alltag im Bahnhof Darmstadt-Eberstadt: Der Itino - hier als Sonderzug-Dreierpack - bei der Einfahrt von der Main-Neckar-Bahn nach Gleis 3.

Bahnhof Darmstadt-EberstadtEinfahrt in den Bahnhof Darmstadt-Eberstadt.

Vor Ort in Pfungstadt war nicht nur der RMV mit seinem RMV-Mobil vertreten. Die Stadt Pfungstadt informierte über das neue Anruf-Sammel-Taxi und auch ProBahn war mit einem Infostand vertreten.

Bahnhof PfungstadtAuch das RMV-Mobil war mit Informationen vor Ort.

Bis gegen 14.30 Uhr verlief der Verkehr auf der Strecke nahezu problemlos. Dann kam es - ausgerechnet am Eröffnungstag der Bahnstrecke - zu einer Störung am neuen Elektronischen Stellwerk Nördliche Bergstraße. Betroffen war nicht nur der Verkehr nach Pfungstadt, sondern auch der planmäßige Zugverkehr auf der Main-Neckar-Bahn. Zwischen 14.40 Uhr und 15.25 Uhr musste der Sonderzugverkehr komplett eingestellt werden. Verärgerte Fahrgäste waren auf beiden Strecken die Folge.

Darmstadt HbfAuswirkungen der Stellwerkstörung.

Eigentlich sollte VIA 25513 planmäßig um 14.40 Uhr Darmstadt verlassen. Mit 45 Minuten Verspätung konnte der Zug dann gegen 15.25 Uhr Darmstadt Hbf. verlassen. Über die Qualität der Anzeige schweigen wir lieber. Die DB ist seit Monaten nicht in der Lage, den Anzeiger am Gleis 12 zu reparieren.

11.12.2011 - Nach 56 Jahren wieder ein planmäßiger Zug nach Pfungstadt

Darmstadt HbfEin neues Ziel an den Anzeigern im Darmstädter Hauptbahnhof.

Pünktlich um 09.40 Uhr verließ heute der Itino VT 106 den Darmstädter Hauptbahnhof Richtung Pfungstadt. Nach 56 Jahren erreichte mit VIA 25230 wieder ein planmäßiger Personenzug Pfungstadt.

Pfungstadt BahnhofVT 106 wartet in Pfungstadt auf die Rückfahrt.

Pünktlich um 10.05 Uhr verließ VT 106 dann mit VIA 25235 den Bahnhof Pfungstadt Richtung Darmstadt.

Unsere Meinung
Pfungstadt ist am Zug

"Jetzt kommt die Husch-Husch!" meinte eine Pfungstädterin, als der erste VIAS-Sonderzug am Samstag Pfungstadt erreichte. Aber es war nicht die "Husch-Husch" von früher, sondern moderne Dieseltriebwagen vom Typ Itino, die da nach Pfungstadt einfuhren. Was viele schon nicht mehr geglaubt hatten, ist wahr geworden. Nach 56 Jahren Pause - die viel zu lang war - fahren wieder Personenzüge nach Pfungstadt. Es ist allen Verantwortlichen hoch anzurechnen, dass das Projekt jetzt doch noch verwirklicht werden konnte. Die rot-grünen Politiker im Landkreis haben gezeigt, dass sie nicht nur Straßen bauen können. Umweltfreundliche und vor allem moderne Mobilität wird jetzt auch für Pfungstadt möglich. Die Pfungstädter sind jetzt am Zug und müssen das neue Angebot rege nutzen. Dies natürlich auch im Sinne der Umwelt.

Aber auch die Verantwortlichen sind weiter am Zug. Verbesserungen im Detail hinsichtlich der Fahrplangestaltung sind erforderlich. So muss ein Teil der Züge der Pfungstadt-Bahn nach Gleis 1 im Darmstädter Hauptbahnhof einfahren. Dort haben die Züge aber absolut nichts verloren. Die Züge um 08.07 Uhr und 11.07 Uhr ab Pfungstadt müssen zwei Minuten früher fahren, damit der Anschluss an den IC Richtung Norden erreicht wird. Und im Berufsverkehr muss außerdem ein Anschluss zwischen den Zügen der IC-Linie 62 Frankfurt - Darmstadt - Richtung Süden (Ankunft in Darmstadt von Frankfurt: 14.35 Uhr, 16.35 Uhr, 18.35 Uhr und 20.35 Uhr) Richtung Pfungstadt geschaffen werden, um die Fahrzeit von und nach Frankfurt auf 32 Minuten zu verkürzen. Hierzu ist es nur erforderlich, die Mindestübergangszeit von 7 Minuten in Darmstadt Hbf. für diese Anschlüsse zu verkürzen. Beim Anschluss von Aschaffenburg Richtung Heidelberg und umgekehrt funktioniert es in Darmstadt ja auch.

Es gibt also noch einiges zu tun. Bahnhof-Mühltal hat die Reaktivierung kritisch begeleitet und wird das auch weiterhin tun. Bemerkenswert waren die Reaktionen auf unsere Berichte: Haben wir Kritik geübt, dann fanden das einige in Pfungstadt ganz toll. Wenn wir dann in langen E-Mails komplizierte Sachverhalte (Streckenbelegung, Kapazitätsengpässe, Bestellerprinzip) erläutert haben, dann gab es keine Reaktionen mehr. Von daher gilt es an dieser Stelle nochmals klarzustellen: Die Reaktivierung einer Bahnstrecke in Deutschland ist (leider) ein Kraftakt geworden, der hier von allen Beteiligten gestemmt wurde. Außerdem ist es ein eher seltenes Ereignis geworden, meistens werden Strecken stillgelegt. Von daher wünschen wir der Pfungstadt-Bahn pünktliche und unfallfreie Fahrt in eine Zukunft mit umweltfreundlicher Mobilität.

Stand: 01.02.2012

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