Seit 16.10.2008: Elektronisches Stellwerk steuert Zugverkehr - Fahrdienstleiter auf Bahnhöfen sind Geschichte, Fahrgastinformationssysteme kommen
Im Rahmen der Modernisierung der Odenwaldbahn wird der Zugverkehr seit 16. Oktober 2008 komplett vom neuen elektronischen Stellwerk in Wiebelsbach aus gesteuert. Die Fahrdienstleiter auf den einzelnen Bahnhöfen, die Formsignale und die mechanischen Weichen gehören der Vergangenheit an. Das elektronische Stellwerk (ESTW) war eine wesentliche Voraussetzung, um die Strecke wirtschaftlich betreiben zu können. Gegenüber dem Odenwälder Echo vom 05.12.2008 zeigte sich die OREG mit dem ESTW zufrieden. Alles laufe rund und zuverlässig. Tatsächlich läuft das Stellwerk an sich bis heute auch praktisch störungsfrei. Leider erfolgte mit der Einführung des ESTW auch ein Rückbau der Infrastruktur, der sich bei Störungen negativ bemerkbar macht.
Das Gebäude des elektronischen Stellwerks am Bahnhof Wiebelsbach. Rechts warten zum Zeitpunkt der Aufnahme noch die Reste alter Formsignale auf ihre Verschrottung.
In einer Pressemitteilung spricht der Odenwaldkreis davon, dass die Odenwaldbahn eine der modernsten Schienenstrecken in Deutschland geworden sei. Landrat Schnur bedankte sich bei den Fahrdienstleitern der DB Netz AG, die in all den Jahren in den Stellwerken an den Bahnhöfen für einen zuverlässigen und unfallfreien Betrieb gesorgt haben. „Mit Bedauern musste ich zur Kenntnis nehmen, dass die Modernisierung der Strecke einen Wegfall dieser Stellen notwendig macht, um den Betrieb der Infrastruktur dauerhaft wirtschaftlich zu machen“, so Schnur. Wenn auch diese Mitarbeiter nicht entlassen würden, bedeutet dies doch für viele eine Neuorientierung an einem anderen Ort.
Blick ins elektronische Stellwerk. Bild: DADINA
Für das ESTW wurden seit April 2007 in den Bahnhöfen der Odenwaldbahn neue Signale und Gebäude für die Stellrechner aufgestellt. Neben den Formsignalen wurden auch die alten Lichtsignale in Darmstadt Ost, Lengfeld und Wiebelsbach ausgetauscht, da sich diese nicht an das ESTW anschließen lassen. Gleichzeitig wurde die Strecke auch mit einem modernen Zugfunk (GSM-R) ausgerüstet. Die Inbetriebnahme des Stellwerks erfolgte in drei Etappen.
Seit 22. Oktober 2007 ist die Strecke zwischen Darmstadt und Wiebelsbach an das elektronische Stellwerk angeschlossen. In den Osterferien 2008 folgte der Hanauer Ast der Odenwaldbahn (Hanau - Babenhausen - Wiebelsbach). Der Abschnitt zwischen Wiebelsbach und Eberbach folgte in den Herbstferien 2008 als letzter Abschnitt.
Nachteile für die Fahrgäste u.a. beim Fahrkartenkauf
Für die Fahrgäste ist der Wegfall der Fahrdienstleiter auch mit Nachteilen verbunden. Bisher war bei etwaigen Notfällen ein Ansprechpartner am Bahnhof vorhanden. Zudem konnte man auf einigen (wenigen) Bahnhöfen im Gebäude auf den Zug warten - diese Möglichkeit ist jetzt nicht mehr gegeben. Auch die Möglichkeit, eine Bahnfahrkarte beim Fahrdienstleiter zu kaufen, ist weggefallen. Es stehen nur noch Automaten zur Verfügung. An vielen Stationen entlang der Odenwaldbahn stand bis Anfang/Mitte 2011 nur ein RMV-Automat, der keine Fahrkarten für Ziele außerhalb des RMV verkaufen konnte. Die DB Station und Service hat deshalb jetzt nach und nach die alten Automaten des RMV durch einen neuen Automaten ersetzt. Dieser kann sowohl RMV-, als auch DB-Fahrkarten verkaufen. Dort wo alte DB-Automaten standen, wurden diese abgebaut.
Der neue Automat hat in Michelstadt zu Beschwerden über die angeblich umständliche Bedienung geführt. Es gebe „erhebliche Schwierigkeiten“, so Peter Krämer, Leiter des Geschäftsbereichs Nahverkehr bei der Oreg zu echo-online vom 25.02.2011. Die OREG bietet deshalb jetzt einen Kurs zur richtigen Bedienung an. Aus unserer Sicht ist die Bedienung des Automaten einfacher als vorher.
Der neue Fahrkartenautomat auf dem Bahnhof Mühltal in RMV-Farben. In RMV-Farben gehaltene Automaten zeigen das RMV-Menü auf dem Bildschirm an. Für Fahrkarten der DB muss das Menü gewechselt werden. Bei den Automaten in DB-Farben ist es genau umgekehrt.
Fahrgastinformation im Fokus
Oktober 2008: Mangelhafte Information bei Störungen und Verspätungen
Leider ist die Fahrgastinformation auf der Odenwaldbahn trotz (oder gerade wegen) der Modernisierung noch immer nicht gut. Früher wurden zumindest an den Kreuzungsbahnöfen die einfahrenden Züge durchgesagt, dies ist jetzt Geschichte. Besonders gravierend ist dies in Wiebelsbach zu bemerken. Dort werden jetzt - obwohl es ein Umsteigebahnhof ist - auch keine Anschlussmöglichkeiten mehr durchgesagt. Dies erledigen jetzt die Tf. der VIAS. Meldungen über Verspätungen oder Zugausfälle erfolgen nicht immer und oftmals viel zu spät. So wurde beispielsweise am 02.01.2010 in Mühltal die 15-Minütige Verspätung des 13.54 Uhr SE nach Erbach überhaupt nicht durchgesagt. Die Verspätung des Gegenzuges (12 Minuten) um 14.02 Uhr nach Frankfurt am Main wurde erst um 14.13 Uhr durchgesagt - als der Zug gerade einfuhr! Hier besteht also weiterhin Handlungsbedarf.
Dies sieht auch die Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG) so. Nach eigenen Angaben hat sie bereits vor zwei Jahren darauf hingewiesen, dass eine ausreichende Information sichergestellt werden muss, wenn nach Wegfall der örtlichen Fahrdienstleitungen Lautsprecherdurchsagen im Falle von Betriebsstörungen anders organisiert werden. Wichtig für den Fahrgast sei, dass er rechtzeitig und umfassend über Störungen und Verspätungen und die Abhilfemaßnahmen informiert wird. Allerdings ist es ein sehr komplexes Verfahren, bis auf der Odenwaldbahn eine Durchsage erfolgen kann. Denn die Durchsagen erfolgen nicht durch das neue Stellwerk in Wiebelsbach, sondern durch das Ansagezentrum der DB Station & Service AG mit Sitz im Darmstädter Hauptbahnhof. Von dort gibt es keine Regeldurchsagen mehr, sondern nur Ansagen für den Fall einer Störung. Dazu ist aber eine schnelle Kommunikation zwischen Ansagezentrum und Fahrdienstleitung im ESTW in Wiebelsbach erforderlich, die leider nur selten gegeben ist. Wesentlich sinnvoller wäre es, wenn die Fahrdienstleitung im ESTW Durchsagen machen dürfte. Dies ist aber aufgrund der Konzernstruktur der DB AG nicht möglich. An den Haltepunkten Hetschbach, Hetzbach, Schöllenbach und Kailbach erfolgen übrigens überhaupt keine Lautsprecherdurchsagen, da solche nach der Kategorisierung von DB Station & Service AG (geringes Fahrgastaufkommen) nicht vorgesehen sind. So bleibt die Information bei Verspätungen und Störungen weiterhin mangelhaft.
Dezember 2009: Fahrgast-Informations-System geplant
Im Gespräch sind deshalb jetzt Fahrgastinformationssysteme. Die Deutsche Bahn plant ein zentral gesteuertes Fahrgastinfosystem mittels Anzeigetafeln. Der Odenwaldkreis befürwortet dagegen ein speziell auf die Odenwaldbahn abgestimmtes Modell, das genauer informieren soll. Ein Mischbetrieb zwischen beiden Systemen (Einsatz des Bahn-Systems an den Haltepunkten und Verwendung des Odenwaldbahn-Systems auf den Bahnhöfen) soll möglich sein, ebenso eine Beteiligung der Bahn am Odenwaldbahn-System. Genaueres ist derzeit noch nicht bekannt.
27. September 2010: Neuer Kundenservice bei Bus und Bahn
Unter dieser Überschrift berichtet das Odenwälder Echo über ein geplantes neues Informationssystem, dass vor allem die Anschlüsse zwischen Bahn und Bus verbessern soll.
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Oktober 2011: Odenwaldbahn jetzt aktuell im RIS der Deutschen Bahn
Einen guten Überblick über die Pünktlichkeit von Zügen bietet das Reisenden-Informations-System der Deutschen Bahn. Die Züge der VIAS waren zwar seit Dezember 2005 im RIS enthalten - aber nicht mit aktuellen Angaben. So sah man nur, von welchem Gleis der Zug fahren wird. Seit Mitte Oktober 2011 sind die Züge jetzt auch aktuell im RIS. So sieht man auch, ob der Zug pünktlich fährt oder gar ausfällt. Für den Kunden ist das eine sehr erfreuliche Entwicklung. Hintergrund für die bisherige Verweigerung: Die Angabe des Zuges im RIS ist eine Pflichtangabe. Aktuelle Informationen zu dem Zug werden von der DB aber nur angegeben, wenn das entsprechende Unternehmen (hier also die VIAS) auch dafür bezahlt. Die VIAS - und auch allen anderen privaten Bahnbetrieber - wollten aber nicht zahlen. Besonders pikant war: Die DB Netz hatte in ihrem internen "RIS" die Züge der VIAS und der anderen Privatbahnen aktuell dargestellt. Die aktuellen Daten werden aber an der Schnittstelle zum "Kunden-RIS" ausgefiltert und waren für den Kunden somit nicht sichtbar. Ob die VIAS jetzt zahlt, oder es eine andere Lösung gab, wissen wir nicht.
23.12.2011 - Die Unterschiede in der Fahrgastinformation
Dynamischer Schriftanzeiger gegen Dynamische Fahrgastinformation
Auf vielen Bahnhöfen entlang der Odenwaldbahn sind mittlerweile Dynamische Schriftanzeiger (DSA) installiert. Diese DSA zeigt keine einfahrenden Züge an, sondern informiert nur über Verspätungen oder Abweichungen. Ist der Zug pünktlich, gibt es - je nach Anzeiger - zwei Möglichkeiten: Es läuft nur ein gelber Punkt durch das Display - dann vermuten die Fahrgäste oftmals, dass der Anzeiger kaputt ist. Dies ist aber nicht der Fall. Um solche Unsicherheiten zu vermeiden, läuft bei neueren Anzeigern die aktuelle Uhrzeit durch das Display. Verfügt der DSA-Anzeiger auch über ein Akustikmodul, dann wird die Information auch durch eine Computerstimme angesagt. Ansonsten nicht. Laut Aussage der Deutschen Bahn werden die Informationen aus dem System des Personenverkehrs (vermutlich das interne RIS) automatisch per SMS an die neuen Geräte gesendet und dort dem Reisenden angezeigt. In der Realität klappt das auf der Odenwaldbahn leider nicht immer.
DSA-Anzeiger am Bahnhof TU-Lichtwiese. Die Verspätung des SE nach Erbach wird als durchlaufende Information angezeigt.
Dem gegenüber steht die Dynamische Fahrgastinformation (DFI). Diese DFI soll laut Odenwälder Echo vom 27. September 2010 (siehe Artikel oben) unter anderem an den Bahnhöfen in Höchst, Bad König, Michelstadt und Erbach installiert werden. Im Verlauf des Frühjahrs 2012 sollen DFI-Anzeiger auch an den Bahnhöfen der Odenwaldbahn im Landkreis Darmstadt-Dieburg sowie in Darmstadt Ost und Darmstadt Nord aufgestellt werden. Auch in Seligenstadt und Hainstadt werden sie installiert. Die DFI-Anzeiger sind größer als der DSA-Anzeiger. Im Gegensatz zum DSA zeigen sie die Abfahrtszeiten der Züge in Echtzeit. Der Fahrgast wird also nicht nur bei Verspätungen informiert, sondern generell. Darüber hinaus erfasst das System auch die örtlichen Verkehrsbetriebe. So werden auf den DFI`s auf der Odenwaldbahn auch die ab dem jeweiligen Bahnhof verkehrenden Busse (und ggf. Straßenbahnen) der HEAG und der anderen Verkehrsunternehmen angezeigt.
Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung |
Mit einem Zuwendungsbescheid in Höhe von 1.112.000 Euro unterstützt das Land im Rahmen der Verkehrsinfrastrukturförderung die HEAG mobilo in Darmstadt beim Aufbau einer dynamischen Fahrgastinformation (DFI) mit Anschlusssicherung an 18 Umsteigehaltepunkten der Odenwaldbahn. Dies teilte Wirtschafts- und Verkehrsminister Dieter Posch heute in Wiesbaden mit. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf 2.011.100 Euro. Seit Inbetriebnahme der modernisierten Odenwaldbahn im Dezember 2005 sind die Fahrgastzahlen deutlich gestiegen. Unter Beteiligung von DB AG, Land Hessen und Anliegerkommunen wurde die Strecke instandgesetzt und attraktiver gestaltet. Neue Bahnsteige wurden errichtet oder bereits vorhandene für den barrierefreien Einstieg in die Züge erhöht. Das Umfeld vieler Stationen wurde neu geordnet. Unter anderem wurden Abstellflächen für Pkw und Fahrräder geschaffen sowie Bushaltestellen ausgebaut und damit die Umsteigebeziehung vom Bus in den Zug optimiert. Um den Übergang zwischen den beiden öffentlichen Verkehrsmitteln reibungslos zu gestalten, erhalten nun insgesamt 18 verkehrswichtige Stationen entlang der Odenwaldbahn dynamische Fahrgastinformationsanlagen (DFI). Die Vertragspartner Rhein-Main-Verkehrsverbund, HEAG mobilo und die regionalen Verkehrsgesellschaften der Kreise Offenbach und Darmstadt-Dieburg sowie des Odenwaldkreises installieren unter Federführung von HEAG mobilo insgesamt 38 neue Anzeigetafeln im Stationsbereich und an den Bushaltestellen. Darauf erscheinen künftig sowohl die aktuellen Abfahrzeiten der Odenwaldbahn als auch die der anschließenden Bus- und Straßenbahnlinien. Die Busfahrer können auf etwaige Verspätungen der Odenwaldbahn reagieren, ggf. auf umsteigende Fahrgäste warten und so den Anschluss sichern. Eine zusätzliche Anzeigezeile steht für Sondertexte zur Verfügung und kann beispielsweise auf aktuelle Verkehrsereignisse oder Sonderverkehre zu Veranstaltungen hinweisen. Sehbehinderte können die Informationen auf Knopfdruck akustisch abrufen. Im Rahmen des Projekts erhält zusätzlich die verkehrswichtige Haltestelle "Pfälzer Schloss" in Groß-Umstadt zwei dynamische Fahrgastinformationsanlagen. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich im April 2012 und sollen im Dezember 2012 abgeschlossen sein. Die 18 Haltepunkte sind: Hainburg-Hainstadt, Seligenstadt, Babenhausen, Babenhausen-Langstadt, Groß-Umstadt-Klein-Umstadt, Groß-Umstadt, GU-Wiebelsbach, Otzberg-Lengfeld, Reinheim (Odw), Ober-Ramstadt, Nieder-Ramstadt-Mühltal, Darmstadt TU Lichtwiese, Darmstadt Ostbahnhof, Darmstadt Nordbahnhof, Höchst (Odw), Bad König, Michelstadt und Erbach (Odw). Dazu kommt die Bushaltestelle Groß-Umstadt Pfälzer Schloss. |
Chronik zum elektronischen Stellwerk
Seit 22.10.2007 - Zwischen Darmstadt Ost und Wiebelsbach steuert das ESTW den Verkehr
Vorher war die Odenwaldbahn während der Herbstferien 2007 zwischen den Bahnhöfen Darmstadt Nord und Wiebelsbach wegen der Umstellung auf das elektronische Stellwerk für den Zugverkehr weitgehend gesperrt. Zugkreuzungen waren nicht möglich. Nur im Berufsverkehr fuhren einige Züge morgens Richtung Frankfurt/Darmstadt und abends wieder in den Odenwald zurück. Ansonsten wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen gefahren. Seit dem 22.10.2007 wird der Verkehr zwischen Darmstadt Ost und Wiebelsbach nun elektronisch geregelt. Lichtsignale haben die Formsignale ersetzt.
Neben den vier Bahnhöfen (Wiebelsbach, Reinheim, Ober-Ramstadt und Darmstadt Ost) werden auch drei Haltepunkte (Lengfeld, Mühltal und TU-Lichtwiese) zentral überwacht und gesteuert. Insgesamt sind 50 Signale und Vorsignale an das Stellwerk angeschlossen. Zugkreuzungen werden damit schneller gemacht. Alleine im Bahnhof Ober-Ramstadt hatte der Fahrdienstleiter 24 Weichen- und Signalhebel per Hand zu bedienen. Nunmehr reichen wenige Mausklicks. Die Fahrdienstleiter auf den Bahnhöfen sind damit Geschichte geworden.
Zwischen Darmstadt Ost und Wiebelsbach wird die Odenwaldbahn jetzt elektronisch gesteuert - Am 26.10.2007 verlässt VIA 84636 den Bahnhof Ober-Ramstadt Richtung Mühltal
Rückbau des Bahnhofs Otzberg-Lengfeld
Der vorherige Bahnhof (Otzberg-)Lengfeld wurde im Rahmen der Modernisierung der Strecke zum Haltepunkt zurückgestuft. Zugkreuzungen waren hier schon seit Dezember 2005 nicht mehr möglich. Die Maßnahme erfolgte ausschließlich aus Kostengründen. Laut Meinung der Verantwortlichen wird die Kreuzungsmöglichkeit nicht mehr gebraucht. Dies ist bei normalem Betrieb auch richtig. Allerdings ist die Odenwaldbahn weitestgehend eingleisig. Von daher wäre es sinnvoll gewesen, die Kreuzungsmöglichkeit für etwaige Notfälle (Verspätungen, Störungen) beizubehalten.
30.03.2008 - Elektronisches Stellwerk übernimmt den Zugverkehr zwischen Hanau und Wiebelsbach
Seit Sonntag, 30. März 2008 haben die alten Formsignale und die Fahrdienstleiter nun auch auf dem Hanauer Ast der Odenwaldbahn ausgedient. Die Strecke zwischen Wiebelsbach und Hanau wird jetzt zentral vom neuen elektronischen Stellwerk in Wiebelsbach aus gesteuert. Während der Bauarbeiten zum Anschluss an das ESTW war die Strecke vom 21.03.2008 bis 29.03.2008 komplett gesperrt. Busse ersetzten die Züge.
Bahn installiert in den Osterferien digitale Stellwerkstechnik / Gesamtinvestition beträgt 65 Millionen Euro für drei Abschnitte der Odenwaldbahn |
| Die Bahn nutzt die verkehrsarmen Osterferien, um die Bahnlinie Hanau—Babenhausen—Groß Umstadt-Wiebelsbach zu modernisieren. Von Gründonnerstag, 20. März ab 21.30 Uhr, bis Sonntag, 30. März um 7.30 Uhr, wird dieser nördliche Streckenabschnitt der Odenwaldbahn an das bereits vorhandene Elektronische Stellwerk (ESTW) in Wiebelsbach angeschlossen. In dieser Zeit ist kein Zugverkehr auf der Strecke möglich. Ab dem 30. März werden die Weichen und Signale dann per Mausklick von Wiebelsbach aus gesteuert. Während der 10-tägigen Streckensperrung werden unter anderem die alten Signale abgebaut und durch neue Lichtsignale ersetzt. 36 Achszähler und zwei Weichen werden neu eingebaut, fünf Weichen angepasst. In den Bahnhöfen Seligenstadt und Groß Umstadt werden neue Außenbahnsteige gebaut. 15 Bahnübergänge werden umgebaut und der gesamte Streckenabschnitt mit dem modernen Zugfunk GSM-R ausgerüstet. Die weiterhin bestehenden elektromechanischen Stellwerke in Hanau und Babenhausen werden an die neue digitale Technik angepasst. Die Bahn investiert in die Modernisierung des Nordastes der Odenwaldbahn rund 16,5 Millionen Euro. Das ESTW Wiebelsbach wurde bereits im Herbst 2007 gemeinsam mit der elektronischen Ausrüstung des Westabschnittes zwischen Darmstadt Ost und Groß Umstadt-Wiebelsbach in Betrieb genommen. Im Herbst 2008 wird noch der Südast von Eberbach über Erbach nach Groß Umstadt-Wiebelsbach an das ESTW angeschlossen werden. Für die Modernisierung aller drei Streckenabschnitte investiert die Bahn rund 65 Millionen Euro. Ab Herbst werden die Züge der Odenwaldbahn statt bisher maximal 90 mit bis zu 120 Kilometer pro Stunde fahren können. Die Bahn legt die Bauarbeiten in die Osterferien, weil wegen des fehlenden Schüler- und reduzierten Berufsverkehrs deutlich weniger Fahrgäste von den Verkehrseinschränkungen betroffen sind. Und sie nutzt die notwendige zehntägige Streckensperrung gleichzeitig für einige andere Bauarbeiten. So wird in Hainstadt im Auftrag der Gemeinde Hainburg eine Hilfsbrücke für eine neue Personenunterführung im Bahnhof eingebaut. In Langstadt wird ein Bahnübergang saniert und in Groß Umstadt wird im Ortsteil Richen eine neue Straßenbrücke über die Bahnlinie eingeschoben. |
03.10.2008 - 15.10.2008: Bauarbeiten zur Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks zwischen Wiebelsbach und Eberbach - Abschied von den Formsignalen auch in diesem Abschnitt
Im genannten Zeitraum wurde der Südabschnitt der Odenwaldbahn an das elektronische Stellwerk angeschlossen. Damit verschwanden auch auf diesem Abschnitt die für die Odenwaldbahn bisher so charakteristischen Formsignale. Für die Dauer der Bauarbeiten wurde zwischen Wiebelsbach und Erbach Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Dieser wurde - wie üblich vom Busunternehmen Wissmüller aus Michelstadt gefahren. Zwischen Erbach und Eberbach fuhren die Züge nach einem Sonderfahrplan.
Am letzten Freitag mit Formsignalen steht in Bad König die Ausfahrt nach Mümling-Grumbach. Die bereits aufgestellten Lichtsignale künden schon von einer neuen Zeit.
Der vorherige Bahnhof Zell-Kirchbrombach (jetzt: Bad König Zell) wurde im Rahmen der Einrichtung des Stellwerks zum Haltepunkt zurückgestuft. Zugkreuzungen sind hier seit 29.09.2008 nicht mehr möglich. Die Maßnahme erfolgte ausschließlich aus Kostengründen. Entgegen der ursprünglichen Ankündigung erfolgte der Beginn des Rückbaus schon vor Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks. Zwei morgendliche Züge Richtung Erbach bzw. Eberbach bekamen deshalb für 4 Tage (!) andere Fahrtzeiten. Kritker bemängeln, dass der morgendliche Ersatz eines Zuges zwischen Wiebelsbach und Erbach durch einen Bus auf die fehlende Kreuzungsmöglichkeit in Zell zurückzuführen ist. Dies wird von den Verantowrtlichen bestritten.
Stellwerksumstellung auf dem Südast des Odenwaldnetzes erfolgreich abgeschlossen - Zugverkehr wird jetzt per Mausklick von Wiebelsbach aus gesteuert |
(Frankfurt am Main, 16. Oktober 2008): Pünktlich um 4.39 Uhr hat heute Morgen die Odenwaldbahn den Zugbetrieb auf der Strecke Erbach (Odenwald)—Groß-Umstadt Wiebelsbach wieder aufgenommen. In den vergangenen 13 Tagen ersetzten Busse die Züge, damit die komplette Stellwerkstechnik umgestellt werden konnte. Die Weichen und Signale werden jetzt auch auf dem Streckenabschnitt Groß-Umstadt Wiebelsbach—Eberbach (Neckar) per Mausklick vom Elektronischen Stellwerk (ESTW) in Wiebelsbach aus gesteuert. Die Streckenabschnitte von Wiebelsbach nach Darmstadt und nach Hanau wurden bereits in den letzten 12 Monaten auf die ESTW-Technik umgestellt. In der zuglosen Zeit ersetzte die Bahn auf dem Südast der Odenwaldbahn unter anderem 68 Formsignale durch 45 moderne Lichtsignale. 18 mechanische Weichenantriebe bzw. Gleissperren wurden gegen elektrische ausgetauscht. Die Ausstatttung mit dem digitalen Zugfunk GSM-R ermöglicht jetzt einen direkten Telefonkontakt zwischen Fahrdienstleiter und Triebfahrzeugführer. In den letzten Tagen wurden an mehreren Bahnübergängen auch die Schranken- und Lichtzeichenanlagen an die ESTW-Technik angepasst. Durch diese Maßnahmen ist es möglich, die Streckengeschwindigkeit von vorher maximal 90 km/h auf bis zu 120 km/h zu erhöhen. Einschließlich der noch laufenden Umbauarbeiten an einigen Bahnhöfen wurden rund 20 Millionen Euro in den Südast des Odenwaldnetzes investiert. |
Der letzte Freitag mit Formsignalen. Am 26.09.2008 verlässt VIA 84606 den Bahnhof Höchst im Odenwald Richtung Wiebelsbach. Die Erdarbeiten links dienen nicht der Odenwaldbahn, sondern dem Bau der Höchster Umgehungsstraße.
Beschädigte Kabel sorgten für Verspätungen
Das Elektronsiche Stellwerk läuft bis heute nahezu störungsfrei. Beschädigte Kabel entlang der Strecke sorgten dagegen am 22. September und 15. Oktober 2011 für teilweise kräftige Verspätungen und Zugausfälle. Am 22. September hatten Arbeiter bei Grünschnittarbeiten entlang der Strecke ein Kabel beschädigt.
Weitere Informationen
Stand: 23.12.2011