Odenwaldbahn - Itino im Einsatz

Seit Sonntag, 11.12.2005 sind die Itinos auf der Odenwaldbahn im Einsatz. Massive Beschwerden über nicht ausreichende Kapazitäten der Triebwagen sowie Verspätungen durch technische Probleme bestimmten die ersten Betriebsmonate.

Januar 2006: Technische Probleme und Defekte

Am 17.01.2006 hatte der SE von Wiebelsbach (ab 06.25 Uhr) nach Frankfurt wegen einer technischen Störung rund 15 Minuten Verspätung. Dadurch kam es auch bei den nachfolgenden Zügen im Berufsverkehr auf der Odenwaldbahn zu Verspätungen. Am 25.01.2006 hatte - Wegen eines Fehlers im Hauptkabelstrang - der gleiche Zug wieder rund 15 Minuten Verspätung. Am 26.01.2006 gab es bei zwei Itinos Probleme mit den Antriebswellen, so dass der RE von Erbach (ab 06.19 Uhr) nach Darmstadt nur mit einem Triebwagen gefahren werden konnte. Die Folge: 15 Minuten Verspätung und ab Ober-Ramstadt Gedränge.

März 2006: Weiter Probleme - RegioSprinter als Itino-Ersatz

ItinoEin technischer Defekt an einem ITINO sorgte am 10.03.2006 für erhebliche Verspätungen auf der Odenwaldbahn. Der SE von Eberbach (12.36 Uhr) nach Frankfurt blieb zwischen Ober-Ramstadt und Darmstadt Ost liegen. Verspätungen von über 40 Minuten für diesen Zug und andere Züge waren die Folge.

Nachdem an immer mehr Itinos Motorschäden auftraten, mussten zur Aufrechterhaltung des Betriebes RegioSprinter aus Düren in den Odenwald überführt werden. Seit 23.03.2006 waren zunächst nur zwei, später dann sogar fünf RegioSprinter im Einsatz. Die Fahrzeuge kamen ausschließlich auf der Linie 64 Hanau - Wiebelsbach zum Einsatz. In einer Presseerklärung - die nicht im Internet veröffentlicht wurde - bedauert die VIAS GmbH die Einschränkungen des Betriebs, wird aber das Angebot auf der Odenwaldbahn mit den Triebwagen aufrechthalten, bis die "Itinos" wieder einsatzbereit sind. Die RegioSprinter stammen übrigens aus dem Wagenpark des VIAS Gesellschafters Rurtalbahn

März/April 2006: VIAS gehen die Züge aus

Am 22. März musste die VIAS zugeben, dass vier der 22 Itinos mit Motorschäden in der Werkstatt stehen. Da die fehlenden Züge nicht komplett durch die im Einsatz befindlichen RegioSprinter ersetzt werden konnten, musste die Kapazität der Züge auf der Odenwaldbahn teilweise eingeschränkt werden.Am 25. März wurde bekannt, dass alle Itinos in die Werkstatt müssen. Laut RMV sollte die Wartung aller Triebwagen bis zum Ende der Osterferien abgeschlossen sein. Dies war jedoch nicht der Fall.

01.04.2006 - Alle 22 ITINOS müssen in die Werkstatt - VIAS: Regulärer Betrieb gewährleistet

Sämtliche auf der Odenwaldbahn eingesetzten ITINOS müssen in die Werkstatt. Wie das Darmstädter Echo am 25.03.2006 berichtete, haben sich darauf die VIAS, die RMV-Tochter Fahma und der Fahrzeughersteller Bombadier geeinigt. Pro Woche werden insgesamt vier Triebwagen für einen Werkstattaufenthalt von der Strecke genommen. Zwei Fahrzeuge werden wöchentlich im Berliner Bombadier-Werk und zwei weitere in der VIAS-Betriebswerkstatt in Michelstadt instandgesetzt - siehe untenstehender Artikel. Bis zum Ende der Osterferien am 22. April sollen alle Fahrzeuge repariert sein. Die Anzahl der von der Rurtalbahn ausgeliehenen RegioSprinter ist zum Ausgleich auf fünf erhöht worden. Dies stellt nach Angaben der VIAS die zur Versorgung der Odenwaldbahn erforderliche Kapazität von 21 Triebwagen sicher.

ItinoLaut Auskunft der VIAS stellt die derzeitige Überholung des gesamten Wagenparks stellt den Odenwaldbahn-Betreiber zwar vor erhöhte Anforderungen, doch kann er einen regulären Betrieb der Strecke gewährleisten. So jedenfalls beurteilt Geschäftsführer Herbert Häner die Lage, wie sich seiner Antwort auf eine Anfrage des Odenwälder Echos vom Donnerstag (30.03.2006) entnehmen lässt.

Umsteigezwang am Vormittag - fünf Regio Sprinter im Einsatz

Allerdings können die insgesamt fünf streckenfremden Fahrzeuge nur in eigenen Einheiten auf den Weg geschickt werden – zwei Zweiertraktionen und einem Einzelfahrzeug. Bei dem handelt es sich um einen künstlerisch gestalteten Zug der Rurtalbahn, was allerdings nicht das logistische Problem löst, das aus seiner Alleinfahrt resultiert: Zumindest eine morgendliche Verbindung in Nord-Süd-Richtung ist dadurch ausgesprochen knapp bestückt. „Ansonsten reicht der Platz", sagt Vias-Geschäftsführer Häner, verhehlt aber nicht Enge und Stehzwang zu den Stoßzeiten. Durch den Einsatz der Regio Sprinter besteht zumindest bei einer Verbindung am Vormittag von Eberbach Richtung Norden in Wiebelsbach-Heubach Umsteigezwang.

Das Odenwälder Echo schreibt am 31.03.2006 zur Reparatur der Itinos:
Ziel: Wie geschmiert laufende Itinos - Die 75 Tonnen wiegenden Triebwagen werden wie Autos angehoben

Reger Betrieb herrscht zurzeit in der Werkstatt der Vias GmbH auf dem Gelände der Odenwaldbahn Infrastruktur GmbH am Hammerweg 45a. An den beiden Enden der Halle türmen sich riesige so genannte Powerpacks auf, auf denen zwei Leute gleichzeitig arbeiten. Für den Außenstehenden unterscheiden sich die vielen Monteure und anderen Mitarbeiter zunächst nur durch unterschiedliche Kleidung und Dialekte. Die 5,5 Tonnen schweren Powerpacks bestehen aus dem Motor, dem Getriebe und dem Generator eines Itino. Wie mehrfach berichtet, weisen die neuen Dieseltriebwagen Mängel auf, die als Hauptursache dafür gelten, dass der Betrieb der neuen Odenwaldbahn weiter und sogar wieder verstärkt alles andere als reibungslos läuft. (wie mehrfach berichtet).

Dass dies so kommen würde, damit hat nach eigenem Bekunden auch Karl-Reinhard Wissmüller nicht gerechnet. Doch der Odenwälder Chef der Infrastruktur GmbH, die für Bahnbetreiber Vias und nun auch Triebwagen-Hersteller Bombardier die Werkstatt am Michelstädter Hammerwerk gebaut hat und vorhält, lässt sich nicht beirren. Für ihn geht es bei der Odenwaldbahn um mehr als nur um eine Zugverbindung in die Rhein-Main-Metropole und an den Neckar.

„So alle 14 Tage zeige ich hier einer Gruppe, was in der Wartungshalle geschieht", erzählt der Unternehmer. Viele wollen sehen, wo und wie die neuen „spurtstarken Triebzüge des Typs Bombardier Itino", wie der Henningsdorfer Hersteller sein Produkt beschreibt, gewartet werden: Sportvereine, Jahrgänge, der Odenwaldklub waren schon hier. Offenbar gerade die Beschleunigung und die Höchstgeschwindigkeit von 140 Stundenkilometern machen dem noch jungen Fahrzeug Probleme.

Der örtliche Betriebsleiter der Vias GmbH, Franz Reh, gibt unumwunden zu: „Es ist nicht unüblich, dass bei neuen Fahrzeugmodellen Kinderkrankheiten auftreten." Die meisten der 22 Itinos seien bei der Rurtalbahn in Düren, teils über Monate hinweg, probeweise im Fahrgasteinsatz gewesen. Dennoch trete erst jetzt gehäuft das Problem auf, das die Verantwortlichen beim Rhein-Main-Verkehrsverbund und der Vias dazu veranlasst habe, an allen Fahrzeugen sämtliche Dichtungen auszutauschen. „Der auffallend hohe Ölverlust hat sich erst nach gut zwei Monaten Dauereinsatz auf der Odenwaldbahn abgezeichnet", erklärt der Techniker. Jede Streckenführung hat ihre eigenen Besonderheiten, lasse sich daraus schließen. Auch wenn die Spitzengeschwindigkeit noch nicht erreicht werden könne, machten der knappe Zeitplan und die häufigen Stopps auf der Strecke den Motoren schwer zu schaffen.

Gut zehn Mechaniker von Bombardier sind daher derzeit damit beschäftigt, bei allen Fahrzeugen prophylaktisch die Papierdichtungen gegen widerstandsfähigere metallbeschichtete Dichtungen auszutauschen. Um sicher zu gehen, dass nicht andere Schwachstellen den Itino erneut in die Kritik bringen können, nehmen zwei bis drei Angestellte des Herstellers MAN auch noch den Motor unter die Lupe. Bombardier hat eigens für die Aktion einen externen Bürocontainer eingerichtet, um den wechselnden Einsatz seiner Mitarbeiter besser organisieren zu können. Gearbeitet wird auf Hochtouren. Zwei Itinos werden in einer Woche umgerüstet. Etwa die Hälfte der Triebwagen geht nach und nach in die Werkstatt der Erfurter Industriebahn, um dort neue Dichtungen zu erhalten. Anders wäre der versprochene Zeitplan nicht einzuhalten, bis zum Ende der Osterferien alle Fahrzeuge wieder in Schuss zu bringen ("Odenwaldbahn: Alle Züge müssen in die Werkstatt", ECHO vom 25. März).

Auch für Jürgen Hartmann, in der Vias-Werkstatt zuständig für die Koordinierung der Arbeiten, bedeuten diese Wochen alles andere als Normalbetrieb: „Wir setzen alles daran, dass alles möglichst schnell über die Bühne geht und die Züge wieder richtig funktionieren." Dem schließt sich der Michelstädter Wissmüller an. Beim Hinausgehen erklärt er noch, wie die Powerpacks auf die riesigen Wagen gelangen, um daran arbeiten zu können. Ähnlich wie in einer Autowerkstatt wird der Triebwagen zuvor angehoben, nur dass dieser rund 75 Tonnen wiegt. 32 Schrauben und einige Schlauchverbindungen müssen gelöst werden – schon gibt der Itino sein Herzstück frei.

ITINO-Reparaturen dauerten länger als geplant - Ab 02.05.2006 keine RegioSprinter mehr

Bis zum Ende der Osterferien sollten eigentlich alle ITINOS (siehe Artikel des Odenwälder Echos oben) repariert sein. Es dauerte jedoch länger als geplant. Gründe hierfür wurden nicht genannt. Seit Montag 02.05.2006 sind jedoch alle ITINOS wieder im Einsatz. Laut Auskunft der VIAS gegenüber dem Odenwälder Echo wurde der Normalbetrieb wieder aufgenommen. Es bleibt zu hoffen, dass die ITINOS jetzt auch störungsfrei laufen und damit die zusätzlich entstandenen Kapazitätsengpässe behoben sind. Nur am Rande: Auf der Internetseite des RMV heißt es immer noch der Einsatz der RegioSprinter dauert noch bis Mitte Mai.

Ab Mai 2006: Kaum noch Itino-Probleme

Nach der grundlegenden Überholung aller Triebwagen, reduzierten sich die Defekte merklich. Nur noch vereinzelt kam es zu Störungen.So beispielsweise am 05.07.2006 und 06.07.2006 durch zwangsabgeschaltete Motoren aufgrund der Sommerhitze.

16.01.2007 – Defekte an zwei Triebwagen, Chaos im Berufsverkehr

Wegen Störungen in der Fahrzeugsteuerung konnten die Züge um 6.37 und 6.59 Uhr ab Erbach nicht als Doppeltraktion gefahren werden. Trotz Freigabe der ersten Klasse reichte die Fahrgast-Kapazität bei weitem nicht aus. Der zweite Zug war schon ab Bad König überfüllt, so dass zahlreiche wartende Pendler an den Bahnhöfen Reinheim und Ober-Ramstadt keinen Platz mehr fanden.

13.02.2007 – Rauchender ITINO

An einem ITINO ging heute der Turbolader des Dieselaggregats hoch. Fahrgäste kamen nicht zu schaden, da der Triebwagen gerade vom Michelstädter Betriebswerk zum Bahnhof Erbach überführt wurde.

Juni 2008 - Immer wieder im Sommer: Klimaanlage im Fokus

Die Klimaanlage der Itinos steht an heißen Sommertagen im Blickpunkt und sorgt auch für Beschwerden der Fahrgäste: Dem einen ist die Klimatisierung zu stark, dem anderen ist es im Zug zu heiß. Tatsache ist aber, dass die Klimaanlage noch immer nicht in allen Fahrzeugen ordnungsgemäß funktioniert. Hersteller Bombardier hat Abhilfe zugesagt.

23.12.2009 - Itino-Heizung bleibt Thema - Fahrgäste sollen Störungen an die VIAS melden

Wie das Odenwälder Echo heute berichtet, macht der Fahrgastbeirat des Odenwaldkreises wegen der Probleme bei der Beheizung der Itinos Druck auf VIAS, RMV und die Fa. Bombardier. Laut einer Pressemitteilung des Beirates hat ein Mitglied des Gremiums bei seinen täglichen Fahrten nach Frankfurt zuletzt wieder häufiger die Folgen von Beheizungsproblemen in den Itino-Triebwagen gespürt. Daraus lasse sich nur schließen, dass die Systeme der Züge weiter nicht ordnungsgemäß funktionierten.

Störungen der Heizung sollen deshalb unter der Angabe des Zuges und der Zeit an die Vias gemeldet werden. Diese ist per E-Mail unter kundenservice@vias-online.de zu erreichen. Dem Beirat ist bewusst, dass die Beschwerde erstmal an der falschen Stelle landet, denn die Itinos werden der VIAS nur zur Verfügung gestellt und gehören ihr nicht. Er hofft aber, dass durch der "Handlungsanreiz bei den eigentlich verantwortlichen Stellen erhöht wird". Ausdrücklich lobt der Beirat den konstruktiven Dialog mit der VIAS.

September 2011 - Technische Überholung

Laut Auskunft der VIAS findet bei den Itinos der ersten Serie zur Zeit die erste große Technische Überholung statt.

Stand: 20.09.2011

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