Bahnhof Michelstadt
Die Eröffnung des Bahnhofs Michelstadt im Personen- und Güterverkehr erfolgte vermutlich am 23. Dezember 1871 zusammen mit der Einweihung des Streckenabschnittes Wiebelsbach - Erbach. Die Schließung des Bahnhofs für den Güterverkehr erfolgte im Jahr 1999. Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs (Südbahnhof Michelstadt) steht heute das Betriebswerk (Odenwälder Bahnwerk) der VIAS.
Der Bahnhof Michelstadt von der Straßenseite aus gesehen. Aufgenommen am 28.12.2008.
Modernisierung von Bahnhof und Bahnübergang (B 47)
Hausbahnsteig modernisiert - neuer Außenbahnsteig gebaut
Seitens der Stadt Michelstadt wurde im Jahr 2005 der Bahnhofsvorplatz und das Umfeld des Bahnhofs komplett neu gestaltet. Durch den Abbruch der alten Güterhalle entstanden ein neuer Busbahnhof und eine P+R Anlage. Auf dem Bahnhofsvorplatz entstanden Fahrradabstellplätze, Kurzzeitparkplätze und Taxiabstellplätze. Auch das eigentliche Bahnhofsgebäude wurde modernisiert. Dort befinden sich heute ein Bistro und die Mobilitätszentrale mit Touristinformation. Die Eröffnung der Mobilitätszentrale erfolgte am 11. Dezember 2005 - am gleichen Tag übernahm die VIAS den Betrieb auf der Odenwaldbahn.
Der neue Busbahnhof am Bahnhof Michelstadt. Aufgenommen am 28.12.2008.
Umbau der Bahnsteiganlagen - Panne am ersten Betriebstag
Seit 12. August 2008 wurden die Bahnsteiganlagen im Bahnhof Michelstadt modernisiert. Am Gleis 1 wurde der Hausbahnsteig erneuert. Am Gleis 2 entstand ein völlig neuer Außenbahnsteig, der mit einer derzeit im Bau befindlichen Fußgängerbrücke an den Hausbahnsteig angebunden wird. Der Außenbahnsteig - der nur bei Zugkreuzungen benutzt wird - ist im Moment nicht vom Hausbahnsteig, sondern nur über den Bahnübergang an der B 47 zu erreichen. Der alte Mittelbahnsteig wurde abgerissen.
Blick auf die Bahnsteige. Links der neue Außenbahnsteig, in der Mitte der alte Mittelbahnsteig und rechts der modernisierte Hausbahnsteig und das ehemalige Stellwerk. Aufgenommen am 28.12.2008.
Am Einweihungstag des neuen Außenbahnsteigs (14.12.2008) gab es gleich eine Panne. Denn bei der mittäglichen Zugkreuzung der RE-Züge der Linie 64 schickte der Fahrdienstleiter den Zug nach Frankfurt auf Gleis 1 und den Zug nach Erbach auf Gleis 2. Laut Aushangfahrplan hätte es genau umgekehrt sein müssen. Einige Fahrgäste nach Frankfurt - darunter eine Mutter mit drei Kindern verpassten daraufhin den Zug. Denn infolge der Zugkreuzung war der Bahnübergang geschlossen und Gleis 1 nicht zu erreichen. Bis die Fahrgäste Gleis 1 erreichen konnten, war der Zug nach Frankfurt weg. Eine Durchsage über den Gleiswechsel gab es nicht.
Die meisten Züge in Michelstadt halten - um die Laufwege für Fahrgäste möglichst kurz zu halten - am Hausbahnsteig auf Gleis 1. Nur bei Zugkreuzungen wird Gleis 2 angefahren. Dann ist aber die Gleisbelegung sehr fahrgastunfreundlich geregelt. Denn anstelle einer festen Gleisbelegung fährt mal der Zug Richtung Darmstadt/Frankfurt von Gleis 2, mal der Zug Richtung Erbach/Eberbach. Sinnvoller wäre es, wenn bei Kreuzungen die Züge Richtung Darmstadt/Frankfurt (Hauptrichtung) grundsätzlich von Gleis 1 abfahren und die Züge Richtung Erbach/Eberbach von Gleis 2. Die wechselnde Gleisbelegung sorgt für Irritation bei den Fahrgästen und für gefährliche Situationen im Bahnhof. Am 28.12.2008 überquerten mittags gleich mehrere Personen illegal die Gleise, um den - korrekt - auf Gleis 2 wartenden RE nach Frankfurt noch zu erreichen.
Zugkreuzung im Bahnhof Michelstadt. Links der neue Außenbahnsteig, an dem der RE 64 nach Frankfurt am Main wartet. Rechts der modernisierte Hausbahnsteig, an dem gerade der "Gegen"-RE 64 von Frankfurt am Main nach Erbach einfährt. Aufgenommen am 25.07.2009.
Bahn modernisiert Bahnhof Michelstadt: Umbau erfolgt in drei Bauabschnitten / Fußgängerbrücke ersetzt zukünftig Gleisüberschreitung / Bahnübergang B 47 erhält neue Schrankenanlage |
(Frankfurt am Main, 12. August 2008) Die Bahn hat mit der Modernisierung der Verkehrsstation am Bahnhof Michelstadt begonnen. Im ersten Bauabschnitt wird der Hausbahnsteig an Gleis 1 zurückgebaut und durch einen neuen 120 Meter langen und 55 Zentimeter hohen Bahnsteig ersetzt. Er erhält eine neue Bahnsteigausstattung und Blindenleitstreifen. Für die Dauer der Umbauarbeiten steigen die Fahrgäste in beiden Fahrtrichtungen am Mittelbahnsteig ein und aus. Der Fahrdienstleiter sichert das Überschreiten der Gleise. Die erste Bauphase soll bis zum Ende der Herbstferien abgeschlossen sein. Voraussetzung für den zweiten Bauabschnitt ist der Anschluss des Streckenabschnittes Groß-Umstadt Wiebelsbach—Eberbach an die elektronische Stellwerkstechnik, die in den Herbstferien stattfindet. Die bis dahin noch benötigten Drahtzugleitungen zu den Weichen und Signalen auf der Westseite der Gleise (Steinbacher Seite) können zurückgebaut werden. An ihrer Stelle errichtet die Bahn einen komplett neuen Außenbahnsteig mit den gleichen Abmessungen wie der Hausbahnsteig. Um die beiden Bahnsteige miteinander zu verbinden, baut die Bahn im Auftrag der Stadt eine Fußgängerbrücke. Ein Überschreiten der Gleise ist danach nicht mehr notwendig und auch nicht zulässig. Mobilitätseingeschränkte Fahrgäste erreichen die Außenbahnsteige über den Bahnübergang der B 47. Im dritten Bauabschnitt wird der bestehende Mittelbahnsteig komplett zurückgebaut. Der Abschluss der Bauarbeiten ist für Anfang 2009 vorgesehen. |
Fertigstellung der Fußgängerbrücke verzögerte sich wegen EBA-Auflagen
Wie auf dem Bild rechts zu erkennen ist, kamen die Arbeiten an der neuen Fußgängerbrücke zunächst nicht voran. Gründe für die Verzögerung wurden nicht bekannt. Im Sommer 2009 wurde der Aluminiumsteg fertig gestellt, konnte aber zunächst nicht benutzt werden. Denn es dauerte bis Mitte Februar 2010, bis das Eisenbahn-Bundesamt endlich die Genehmigung zur Benutzung erteilte und somit die Brücke für unbedenklich erklärte. Dies geschah aber erst nach Abschluss der vom Amt geforderten Nachbesserungen. Der Außenbahnsteig (Gleis 2) kann nun entweder über die Brücke, oder über den Bahnübergang an der B 47 erreicht werden.
Blick auf die fertiggestellte, aber noch nicht benutzbare Brücke im Bahnhof Michelstadt. RE 65 nach Darmstadt verlässt den Bahnhof planmäßig von Gleis 2. Aufgenommen am 07.10.2009.
Das illegale Überqueren der Gleise gehört aber immer noch nicht der Vergangenheit an. Denn ein ebenerdiger Zugang zum neuen Außenbahnsteig besteht auch weiterhin nur mittels des umständlichen Weges über den Bahnübergang an der B 47 - und der ist einigen Zeitgenossen offenbar zu weit. Die Brücke verfügt über keinen Aufzug und ist somit für gehbehinderte Menschen oder Mütter mit Kinderwagen nicht nutzbar.
Jetzt ist die Brücke auch benutzbar. RE 64 nach Frankfurt am Main verlässt den Bahnhof planmäßig von Gleis 2. Aufgenommen am 16.07.2011.
Bahnübergang erhielt neue Schrankenanlage - Beschwerden über Wartezeiten
Bisher wurde der Bahnübergang am Bahnhof Michelstadt vom Fahrdienstleiter im Stellwerk am Bahnhof aus überwacht. Um den Bahnübergang an das elektronische Stellwerk anschließen zu können, wurde die Sicherungstechnik am Bahnübergang im Oktober 2008 erneuert. Die alte Anlage wurde zurückgebaut und durch eine neue Bahnübergangstechnik mit Halbschranken, separaten Fußwegschranken und Ruhelichtzeichen mit der Farbfolge gelb-rot ersetzt. Auch der Fahrbahnbelag wurde komplett erneuert. Dafür war eine rund einwöchige Sperrung des Bahnübergangs in den Herbstferien erforderlich.
12.10.2008 - Normalerweise tobt hier der Verkehr. Doch während der Herbstferien 2008 war der Bahnübergang für rund eine Woche komplett gesperrt.
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Stand: 16.07.2011