Modernisierung der Odenwaldbahn im Test
Anspruch und Wirklichkeit

Rund 80 Millionen Euro wird die Modernisierung der Odenwaldbahn letztendlich gekostet haben. Die Bahnstrecke geht damit in eine hoffentlich gesicherte Zukunft. Das Engagement der beteiligten Städte und Landkreise, sowie des Rhein-Main Verkehrsverbundes ist ohne jeden Zweifel positiv zu sehen. Andernfalls hätte die Stillegung der Bahnstrecke mit gravierenden Folgen für Mensch und Umwelt gedroht.

Trotzdem sollten die Aussagen der Verantwortlichen kritisch hinterfragt werden. Nachfolgend finden Sie einige Aussagen vor der Modernisierung und die Wirklichkeit von heute. Außerdem beantwortet Bahnhof-Mühltal die wichtigsten Fragen zur Modernisierung. Hat die Modernisierung alle Erwartungen erfüllt, oder ist doch nicht alles Gold was glänzt?. Machen Sie sich einfach selbst ein Bild.

"Die Vermutung, dass die neuen Triebwagen zu wenig Sitzplätze bieten würden, wird beim RMV dennoch nicht geteilt" - Volker Sparmann, Geschäftsführer des RMV im Oktober 2004, laut seinem Pressesprecher.

Fakten:

Am 09.10.2004 werden Bedenken von Fahrgstverbänden hinsichtlich der Kapazität der 22 bestellten ITINO-Triebwagen mit „Sie hören die Flöhe husten“ abgewiegelt. RMV-Sprecher Vollmer erklärt: „Derzeit geht man beim RMV von täglich acht- bis neuntausend Fahrgästen auf der Odenwald-Strecke aus. Auch wenn für die Stoßzeiten (im Berufs- und Schülerpendelverkehr morgens von sechs bis neun Uhr, abends ab 16 Uhr) keine gesonderten Zahlen vorliegen, sei gerade in dieser Zeit mit einem erhöhten Fahrgastaufkommen zu rechnen". "Das aber, sagt Vollmer, „ist doch nichts Neues und völlig normal". Aufgrund von Erfahrungswerten geht man beim RMV zudem davon aus, dass "nach Fertigstellung und völliger Neukonzeption eine Steigerung der Fahrgastzahlen um rund fünfzig Prozent zu erwarten sei. Die Vermutung, dass die neuen Triebwagen dann zu wenig Sitzplätze bieten würden, wird beim RMV dennoch nicht geteilt."

Schon kurz nach dem Start im Dezember 2005 gab es massive Beschwerden über die Kapazität der ITINO-Triebwagen. Der unter Druck geratene RMV zog eine geplante Fahrgastzählung vor und reagierte dann mit einer Verstärkung einiger Züge auf der Linie 65 zu lasten einiger Züge auf der Linie 64. Mit einer außerplanmäßigen Fahrplanänderung am 28. Mai 2006 wurde die Kapazität des ersten SE nach Frankfurt am Main auf der Linie 65 erhöht. Am 10. Juni 2006 schlug der RMV dann den Kauf neuer Itinos vor. Diese werden ab vsl. Ende 2009 die Kapazitätsprobleme hoffentlich lösen.

Fazit:

Die Aussagen der Verantwortlichen waren falsch. Die Fahrgäste bzw. Verbände hatten ohne jeden Zweifel Recht – es wurden zu wenige Itinos bestellt. Die teils unqualifizierten Aussagen der Verantwortlichen in den Jahren 2004 und 2005 zu den Bedenken der Fahrgäste waren befremdlich. Eine richtige Entschuldigung hat es nie gegeben.

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“Öfter und schneller aus dem Odenwald nach Frankfurt am Main" - Pressemitteilung vom Herbst 2008

Fakten:

Linie 64: Vor der Modernisierung gab es vier RE-Züge von Frankfurt nach Eberbach und zurück. Seit der Modernisierung gibt es RE-Züge im Zwei-Stunden-Takt von Frankfurt nach Wiebelsbach und zurück. Samstags und Sonntags verkehren die Züge weiter nach Erbach, Montags bis Freitags besteht in Wiebelsbach RE-Anschluss nach Erbach. Dies gilt jeweils auch für die Gegenrichtung.

Linie 65: Vor der Modernisierung musste in Darmstadt nach Frankfurt am Main umgestiegen werden. Seit der Modernisierung gibt es einen Zwei-Stunden-Takt mit Direktzügen nach Frankfurt am Main. Im Berufsverkehr gibt es zusätzliche Züge. So besteht unter anderem am Nachmittag ein Stundentakt von Frankfurt über Darmstadt Nord nach Erbach.

Fazit:

Das Angebot von Frankfurt am Main in den Odenwald und zurück ist erheblich verbessert worden. Die Züge der Linie 64 und die Züge der Linie 65 ergänzen sich zu einem angenäherten Stundentakt. Die Aussage öfter aus dem Odenwald nach Frankfurt am Main ist für beide Linien absolut zutreffend. Die Aussage schneller gilt für die Linie 65 uneingeschränkt, für die Linie 64 (siehe auch nächster Punkt) leider nur mit Einschränkungen.

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Ein Grund für die Modernisierung: Unattraktive Reisezeiten
Quelle: Warum Modernisierung? Broschüre der OREG.

Fakten:

Fahrtzeit Darmstadt – Erbach mit der Regionalbahn:

  • Im Jahr 2002 (Fahrplan DB Regio) 69 Minuten
  • Im Jahr 2008 (modernisierte Odenwaldbahn) 71 Minuten

Fahrtzeit Darmstadt – Erbach mit dem RegionalExpress (schneller Odenwälder):

  • Im Jahr 2002 (Fahrplan DB Regio) 58 Minuten
  • Im Jahr 2008 (modernisierte Odenwaldbahn) 54 Minuten

Fahrtzeit Frankfurt/Süd – Hanau - Erbach mit dem Regionalexpress:

  • Im Jahr 2002 (Fahrplan DB Regio) 78 Minuten
  • Im Jahr 2008 (modernisierte Odenwaldbahn) 79 Minuten

Fahrtzeit von Erbach über Darmstadt Hbf. bzw. Darmstadt/Nord nach Frankfurt Hbf

  • Im Jahr 2002 (mit umsteigen in Darmstadt): 102 Minuten
  • Im Jahr 2008 (direkte Verbindung über Darmstadt/Nord): 85 Minuten.

Fazit:

Fahrtzeitgewinne gibt es letztlich nur bei den Direktfahrten nach Frankfurt über die neuen Weichenverbindungen am Darmstädter Nordbahnhof. Größere Zeitgewinne zwischen Darmstadt und Erbach sind durch die Modernisierung nicht erzielt worden. Dies gilt auch für die Fahrten von Frankfurt/Süd über Hanau nach Erbach. Entsprechende Aussagen der Verantwortlichen sind schlicht falsch.

Die weiterhin recht langen Reisezeiten für die RB-Züge Darmstadt - Erbach und die RE-Züge Darmstadt-Erbach ergeben sich zum einen aus der Wartezeit in Wiebelsbach. (Züge nach Erbach warten auf die Linie 64 aus Hanau). Zum anderen aus einer "Schleichfahrt" mit künstlich verlängerten Reisezeiten zwischen Darmstadt Hbf. und Wiebelsbach. So fahren die RB-Züge in Darmstadt bereits zur Minute 37 ab, um dann zwei Minuten im Nordbahnhof zu stehen. Zwischen Mühltal und Ober-Ramstadt sind fünf Minuten Fahrtzeit veranschlagt, obwohl die tatsächliche Fahrtzeit knapp drei Minuten beträgt.

Besonders peinlich: Durch die Abfahrt zur Minute 37 sind die RB-Züge jetzt langsamer unterwegs, als vor der Modernisierung. Zudem gibt es keinen Anschluss von den IC-Zügen aus Frankfurt zur RB nach Erbach. Kundenfreundlichkeit sieht anders aus. Zwischen Wiebelsbach und Erbach findet die Kreuzung mit dem Gegenzug weiterhin in Höchst statt. Möglich wäre aber auch eine Kreuzung in Mümling-Grumbach, dies würde in beiden Richtungen zwei bis drei Minuten Fahrtzeit einsparen. Leider hat man sich das nicht getraut.

Auch bei den RE-Zügen Darmstadt-Erbach sind die Fahrtzeiten merkwürdig. So steht der Zug zwei Minuten völlig sinnlos in Reinheim, da acht Minuten Fahrtzeit berechnet werden. Tatsächlich ist die Strecke in fünf bis sechs Minuten zu schaffen. Bei vernünftiger Fahrplangestaltung, wären also durchaus noch Fahrtzeitgewinne zu erzielen.

Bei den RE-Zügen von Frankfurt nach Erbach über Hanau gibt es ebenfalls so gut wie keine Fahrtzeitgewinne. Hintergrund hier: Die Züge fahren nicht - wie früher - über Maintal, sondern über Offenbach nach Hanau. In Offenbach stehen die Züge dann 9 Minuten, weil sie von der RB nach Wächtersbach überholt werden. Zusammengefasst sind die Fahrtzeitgewinne - lässt man die neuen Direktzüge über Darmstadt/Nord nach Frankfurt am Main außer acht - ausgesprochen dürftig, bzw. nicht vorhanden.

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“Warum sind die Fahrtzeiten im Berufsverkehr teilweise länger?

Fakten:

Auf der Linie 65 dauert die Fahrtzeit von Ober-Ramstadt nach Frankfurt am Main im Regelfall 32 Minuten. Der zweite Direktzug von Wiebelsbach nach Frankfurt am Main mit Abfahrt in Ober-Ramstadt um 06.40 Uhr braucht 40 Minuten. Auf der Linie 64 dauert die Fahrtzeit im RE von Wiebelsbach über Hanau nach Frankfurt-Süd im Regelfall 45 Minuten. Der erste Direktzug nach Frankfurt am Main um 06.12 Uhr braucht 60 Minuten

Der Zug der Linie 65 um 06.40 Uhr ab Ober-Ramstadt steht sechs Minuten in Darmstadt Ost und drei Minuten in Darmstadt Nord. Hintergrund für die Schleichfahrt: Würde der Zug in Darmstadt Ost und Nord nicht warten, müsste er bei Darmstadt Arheilgen auf freier Strecke warten. Denn die Trasse der Main-Neckar-Bahn nach Frankfurt ist im fraglichen Zeitraum durch einen IC und den RE Mannheim - Frankfurt belegt. Also lässt man den Zug in Darmstadt Ost und Darmstadt Nord warten, damit wenigstens die Fahrgäste von diesen Bahnhöfen eine halbwegs schnelle Fahrt nach Frankfurt haben. Eine spätere Abfahrt des Zuges am Startbahnhof in Wiebelsbach ist laut RMV nicht möglich, da er pünktlich in Reinheim zur Kreuzung mit dem Gegenzug eintreffen muss.

Problem auf der Linie 64: Bei Ankunft des Zuges von Wiebelsbach in Hanau ist die Trasse Richtung Frankfurt am Main durch einen aus Wächtersbach kommenden Zug belegt ist. Von daher muss der Odenwaldzug hier sechs Minuten warten. Eine spätere Abfahrt in Wiebelsbach ist nur eingeschränkt möglich, da der Zug pünktlich in Babenhausen zur Kreuzung mit der RB Hanau-Wiebelsbach sein muss. Zudem steht eine weitere Zugkreuzung steht in Hainstadt an.

Fazit:

Auf der Linie 65 wäre eine Beschleunigung des Zuges auf zwei Arten möglich:
- Spätere Abfahrt in Reinheim nach der Kreuzung mit dem Gegenzug, oder
- der Zug fährt auf der Main-Neckar-Bahn zwischen IC und RE nach Frankfurt am Main.
Eine spätere Abfahrt in Reinheim wäre problemlos möglich. Zwar hätte dann der von Frankfurt kommende Gegenzug eine längere Wartezeit in Darmstadt Ost, dies sollte jedoch in Kauf genommen werden. Denn der Zug nach Frankfurt ist voll besetzt, der von Frankfurt kommende Gegenzug menschenleer. Alternativ könnte der Zug auch nach dem IC und vor dem RE auf die Main-Neckar-Bahn geschickt werden. Dies würde die Fahrtzeit um fünf Minuten verkürzen.

Beim RE der Linie 64 könnte zumindest die Abfahrt in Erbach fünf Minuten später erfolgen, ohne dass es größere Probleme mit dem Fahrplan geben würde. Eine Abfahrt in Hanau vor dem Wächtersbacher Zug würde die Kapazitäten des Odenwaldzuges sprengen, da alle Fahrgäste aus Hanau nicht den Zug aus Wächtersbach, sondern den Zug aus dem Odenwald nehmen würden.

Leider hat der RMV ganz offensichtlich kein Interesse, die Fahrplanlage der besagten Züge zu verbessern. Von daher wird es bei der derzeitigen Fahrplangestaltung bleiben.

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“Es wird zusätzliche Fahrten am Abend geben – Auch Darmstädter Theaterbesucher kommen künftig mit der Odenwaldbahn noch nach Hause" - Pressekonferenz vom 16.11.2005, bzw. diverse Verantwortliche in verschiedenen Stellungnahmen

Fakten

Von zusätzlichen Fahrten in größerem Umfang kann keine Rede sein. Es gibt auf der Linie 65 eine zusätzliche Fahrt um 22.37 Uhr von Darmstadt nach Erbach. In der Gegenrichtung wird ein bisher in Erbach endender Zug bis Darmstadt verlängert. Außerdem beginnt ein Zug statt bisher um 21.05 Uhr in Darmstadt künftig um 21.25 Uhr in Frankfurt. Zudem fahren jetzt alle Züge an allen Wochentagen bis Erbach. Ab Darmstadt Nord gibt es so von 07.43 Uhr bis 22.43 Uhr nahezu einen Stundentakt in den Odenwald. Auf der Linie 64 verkehrt ein zusätzlicher RE um 20.20 Uhr von Wiebelsbach nach Frankfurt am Main. Außerdem fährt ein neues RB-Zugpaar Wiebelsbach - Hanau - Wiebelsbach mit Abfahrt um 21.40 Uhr in Wiebelsbach und um 22.35 Uhr in Hanau. Dafür wurde aber das Zugpaar 18.40 Uhr ab Wiebelsbach und 19.35 Uhr ab Hanau gestrichen.

Fazit:

Der Abendverkehr auf der Linie 65 wurde um einen Zug erweitert und durch Vertaktung erheblich verbessert. Von einem attraktiven Angebot für Nachtschwärmer ist die Odenwaldbahn weit entfernt. So gibt es für den jetzt in Frankfurt um 21.25 Uhr beginnenden Zug am Wochenende keinen Anschluss vom Darmstädter Hauptbahnhof. Denn der Anschlusszug der Linie 75 fährt nur Montags bis Freitags. Theaterbesucher und auch Kinobesucher aus dem Odenwald sind weiterhin auf das Auto angewiesen, da der letzte Zug um 22.48 Uhr ab Darmstadt Ost nicht an allen Tagen einen vernünftigen Busanschluss aus der Darmstädter Stadtmitte hat. Teilweise wird der Zug nur über den Darmstädter Hauptbahnhof erreicht. Dazu muss man aber spätestens um 22.21 Uhr am Luisenplatz abfahren, um den Zug zu erreichen. Zu früh für Theater- und auch für Kinobesucher. Die Aussage, man könne aus dem Odenwald mit der Odenwaldbahn zum Staatstheater oder in`s Kino fahren, ist also definitiv falsch. Zudem ergibt sich durch den Umweg über den Hauptbahnhof Darmstadt eine vollkommen unattraktive Reisezeit. Außerdem ist die Abfahrtzeit um 22.37 Uhr ab Darmstadt für viele Abendveranstaltungen zu früh.

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“Wir schaffen ein Entwicklungsband Odenwaldbahn“
Broschüre des Landkreises Darmstadt-Dieburg aus dem Jahr 2005

Fakten:

"Entwicklungsband Odenwaldbahn - Potenziale an der Nahtstelle von Rhein-Main-Neckar und Odenwald" so nennt sich eine Initiative des Landkreises Darmstadt-Dieburg und der Städte und Gemeinden entlang der Odenwaldbahn. Kommunen und Wirtschaft im Landkreis Darmstadt-Dieburg haben das Ziel, gemeinsam regionale Impulse effektiv aufzugreifen und diese – sich gegenseitig unterstützend – nutzbar zu machen. Potenzielle Handlungsfelder für die Stärkung der Siedlungs- und Gewerbeentwicklung der Naherholung und des Tourismus, der Bahnhofs- und Umfeldgestaltung sowie der ÖPNV-Anbindung sind entwickelt worden. Das "Entwicklungsband Odenwaldbahn" ist ein wichtiges Instrument für die Kommunen, um gemeinsam mit der örtlichen Entwicklungsstrategie für Neubürger, Firmenansiedlungen und Tagestouristen aus dem Ballungsraum zu werben. Mit dazu beitragen wird auch die frisch gegründete Abteilung Wirtschaft, Standortmarketing, Bürgerservice im Landkreis Darmstadt-Dieburg

Fazit:

Letztlich leere Worte, in einer aus Steuergeldern finanzierten Werbebroschüre. Von einem „Entwicklungsband Odenwaldbahn" ist weit und breit nichts zu sehen. Jede Gemeinde verfolgt ihre eigenen Interessen. Den großen Worten sind keine Taten gefolgt. Weiterhin ist völlig unklar, was mit dem Entwicklungsband eigentlich gemeint ist. Und zum Thema ÖPNV-Anbindung der Bahnhöfe: Der geplante Nahverkehrsknoten am Darmstädter Ostbahnhof ist noch nicht einmal in der Planung. In Mühltal werden die Busse auch zukünftig den Bahnhof nicht anfahren.

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"Es werden rund 50 neue Arbeitsplätze entstehen"
Quelle: Pressemitteilung der VIAS GmbH vom 01. Dezember 2005

Fakten:

Laut Aussage der VIAS (als neue Betreiberin) wurden rund 50 neue Arbeitsplätze geschaffen, unter anderem Zugführer, Zugbegeleiter und Werkstattmitarbeiter. Durch die Übernahme der Strecke durch die VIAS gehen allerdings auch sämtliche Arbeitplätze bei der DB Regio im Bereich Odenwaldbahn verloren. Durch den Anschluss der Strecke an das elektronische Stellwerk gehen außerdem die Arbeitsplätze der Fahrdienstleiter auf den Bahnhöfen verloren. Nur ein Teil der Fahrdienstleiter kann in das neue elektronische Stellwerk wechseln, die anderen werden versetzt.

Fazit:

Es ist richtig, dass bei der VIAS neue Arbeitsplätze geschaffen worden sind. Gleichzeitig sind aber auch rund 150 Arbeitsplätze bei der DB Regio weggefallen. Unterm Strich bleibt daher ein Verlust an Arbeitsplätzen. Erst am 01.08.2007 konnte übrigens ein Tarifvertrag für die Mitarbeiter der VIAS geschlossen werden. Vorausgegangen waren achtmonatige Verhandlungen zwischen der VIAS und der Tarifgemeinschaft TRANSNET/GDBA. Die Verhandlungen waren ausgesprochen schwierig und standen mehrfach vor dem Scheitern. Soweit es um die Arbeitsplätze der Fahrdienstleiter auf den Bahnhöfen geht, ist ebenfalls ein Verlust zu verzeichnen. Aber: Letztlich hätte die Odenwaldbahn mit dem personalaufwendigen Verfahren vermutlich nicht weiter betrieben werden können und wäre stillgelegt worden. Menschen als bloßer Kostenfaktor - das nennt sich dann soziale Marktwirtschaft.

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Stand: 25.01.2010

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