Gravierendes Fehlverhalten eines Autofahrers sorgt für Unfall und Verspätungen auf der Odenwaldbahn

Gravierendes Fehlverhalten eines Autofahrers sorgte am 02.02.2006 um 6.50 Uhr am Bahnübergang Babenhäuser Straße in Mainhausen-Zellhausen nicht nur für einen Unfall mit einem Triebwagen der Odenwaldbahn, sondern auch für massive Verspätungen im Berufsverkehr.

Der Senior hatte sein Auto über den Übergang gesteuert und wollte eigentlich unmittelbar dahinter in einen Feldweg. Wegen schlechter Sicht bog er jedoch zu früh ab und landete auf dem Gleis. Da sich das Fahrzeug mit den Vorderrädern im Schotterbett festfuhr, gelang es dem Mann nicht mehr, es aus eigener Kraft aus der Gefahrenzone zu bringen. Anstelle nun die Polizei zu informieren - damit die Strecke gesperrt wird - versuchte er mit Hilfe eines anderen Verkehrsteilnehmers das Auto aus dem Gleis herauszuziehen. Auch dies scheiterte - das Seil hielt der Belastung nicht stand und riss.

Auch jetzt wurde noch nicht die Polizei informiert... Als sich der fahrplanmäßige Zug der Odenwaldbahn näherte, schlossen sich natürlich die Schranken. Ein Bahn-Mitarbeiter, der zufällig vorbei kam, erkannte die Gefahr und versuchte, dem Triebfahrzeugführer mit Handzeichen zu signalisieren, dass er bremsen solle. Dieser deutete die Warnsignale richtig und leitete sofort eine Notbremsung ein, konnte aber nicht verhindern, dass der Zug das Auto erfasste und mehrere Meter mitschleifte. Nach Bergung des Autos konnte der Triebwagen seine Fahrt in Richtung Babenhausen fortsetzen.

Die Bundespolizei Frankfurt musste mehrere Streifen zum Unfallort schicken. Auch eine Streife der Polizeistation Dieburg war vor Ort. Wegen der Gleissperrung, die um 8.45 Uhr wieder aufgehoben wurde, hatten drei Züge insgesamt 159 Minuten Verspätung. Die Züge der Odenwaldbahn wurden über Mainaschaff nach Hanau umgeleitet. Die Bundespolizei ermittelt gegen den Autofahrer wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Eine rechtzeitige Alarmierung der Polizei hätte den Unfall und die Verspätungen mit ziemlicher Sicherheit verhindert.


18.02.2008 - Unfall am Bahnübergang bei Schöllenbach
Itino kollidiert mit LKW

Wegen der Unachtsamkeit eines LKW-Fahrers kam es am Morgen gegen 08.50 Uhr bei Schöllenbach zu einem Unfall zwischen einem Itino und einem LKW. Zwei von 15 Fahrgästen wurden leicht verletzt. Der Itino war als StadtExpress auf dem Weg von Eberbach nach Frankfurt am Main. Wie die Polizei mitteilte, wollte der LKW-Fahrer seinen Sattelzug rückwärts über den unbeschrankten Bahnübergang schieben, um an einem ca. 500 Meter vom Übergang entfernten Abladeplatz Teile für eine Nottreppe zu entladen. Die Nottreppe soll den Krähbergtunnel mit einem Hubschrauberlandeplatz verbinden. Vermutlich übersah der 45jährige Fahrer bei dem Manöver das Blinklicht des unbeschrankten Bahnübergangs.

Gegen 17.45 Uhr wurde die Bahnstrecke wieder für den Zugverkehr freigegeben. Solange wurden die Züge zwischen Eberbach und Erbach durch Busse ersetzt. Zwischen Erbach und Darmstadt/Frankfurt verkehrten die Züge planmäßig. Die DB Netz AG muss jetzt das Schotterbett ausbessern und die Signalanlage des Bahnübergangs reparieren. Der Übergang wird durch Personal der DB Netz gesichert.

Keine Triebwagen-Reserve mehr vorhanden

Die Reparatur des beschädigten Triebwagens wird mehrere Wochen dauern. Solange stehen nur 21 Triebwagen zur Verfügung, die alle im täglichen Betrieb benötigt werden. Sollte noch ein weiterer Triebwagen ausfallen, dann muss im Berufsverkehr mit kürzeren Zügen gerechnet werden.

Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Südhessen vom 18.02.2008
Hesseneck Ortsteil Schöllenbach - Unfall zwischen LKW und Schienenfahrzeug
Hesseneck/Ortsteil Schöllenbach (ots) - Glimpflich haben 15 Fahrgäste, ein Lokführer und ein LKW-Fahrer einen Unfall zwischen einem Schienenfahrzeug und einem LKW am Morgen überstanden. Der entstandene Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf über 1.000.000 Euro. Das Schienenfahrzeug der Odenwald-Regional-Gesellschaft war von Eberbach nach Frankfurt unterwegs. Gegen 8.50 Uhr kam es dann kurz nach Schöllenbach, einem Ortsteil von Hesseneck, zu einem Unfall zwischen dem Schienenfahrzeug und dem LKW. Nach dem jetzigen Stand der Unfallaufnahme war der LKW-Fahrer mit Rangieren beschäftigt. Er wollte seinen Sattelzug rückwärts über den unbeschrankten Bahnübergang schieben, um an einem ca. 500 Meter vom Übergang entfernten Abladeplatz Teile für eine Nottreppe zu entladen. Die Nottreppe soll den Krähbergtunnel mit einem Hubschrauberlandeplatz verbinden. Vermutlich übersah der 45jährige ortsunkundige Fahrer bei dem Manöver die Lichtzeichenanlage des unbeschrankten Bahnüberganges.

Trotz Warnsignal und eingeleiteter Notbremsung durch den 30jährigen Lokführer konnte ein Zusammenstoß zwischen LKW und Itino-Triebwagen nicht mehr verhindert werden. Der LKW kam nach dem Zusammenstoß im Böschungsbereich zum Liegen. Durch den Aufprall wurde im Schienenfahrzeug ein älterer Fahrgast an den Knien leicht verletzt und eine junge Frau erlitt einen Schock sowie ein Schleudertrauma. Beide wurden zur ambulanten Behandlung ins Kreiskrankenhaus nach Erbach verbracht. Die übrigen Fahrgäste konnten in einem Bus umsteigen und ihre Fahrt fortsetzten.

Nach dem Unfall verständigten Anwohner unverzüglich die Rettungsleitstelle des Odenwaldkreises und die Polizeistation in Erbach Dadurch konnte die Rettungskette sofort ausgelöst werden und schon wenige Minuten nach dem Unfall waren erste Rettungskräfte vor Ort. Nachdem die Anwohnerin die Retter alarmiert hatte, versorgten sie die Fahrgäste und später auch die Rettungskräfte mit warmen Getränken und Gebäck. Derzeit ist die Eisenbahnstrecke von Eberbach nach Erbach gesperrt. Es ist mit Bussen ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die schwierige Bergung des LKW wird noch mehrere Stunden dauern. Nach Beseitigung der Schäden kann die Strecke wieder freigegeben werden. Vor Ort verschafften sich Horst Schnur, der Landrat des Odenwaldkreises, Bürgermeister Thomas Ihrig und Kurt Hable, Leiter der Polizeidirektion Odenwald, einen persönlichen Überblick.

Ergänzende Mitteilung am Abend

Die am Vormittag wegen eines Unfalls gesperrte eingleisige Bahnstrecke von Eberbach nach Erbach wurde am Montag (18.) um 17.44 Uhr wieder für den Zugverkehr freigegeben. In den nächsten Nächten wird das Schotterbett im Bereich der Unfallstellen durch die DB Netz AG ausgebessert werden. Bei dem Unfall wurde die Signalanlage des unbeschrankten Bahnüberganges total beschädigt. Die Reparatur der Anlage wird mehrere Wochen dauern. Bis zur Fertigstellung wird Personal der DB AG den Fahrzeugverkehr am Bahnübergang regeln.

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